Manjaro – Drucken und Scannen
Peripheriegeräte wie Drucker und Scanner korrekt anzubinden stellt unter Linux seit jeher immer wieder eine Herausforderung dar. In Distributionen wie Ubuntu und Mint (beide Debian basiert) konnte man in den letzten Jahren einige Verbesserungen für den Endanwender bei Integration von Peripheriegeräten beobachten. So musste man sich vor einigen Jahren noch die Distribution nach Kompatibilität mit seinen Geräte aussuchen oder USB-Geräte manuell mounten. Heute gibt es nur noch wenige Grenzen bei der Kompatibilität von Geräten und ein USB-Stick oder eine externe Festplatte werden in nahezu allen Distributionen mit einer GUI automatisch gemountet. Da mich Arch-Linux und seine Distributionen seit ein paar Jahren begeistern habe ich mir kurzerhand Manjaro installiert um einmal zu erfahren wie es sich (nicht nur für Spezialanwendungen sondern) im alltäglichen Gebrauch eignet.
Scannen
Das Scannen von Dokumenten hat auf Anhieb erstaunlich gut funktioniert. Es ging sprichwörtlich „out-of-the-box“. Mit der Anwendung Skanlite, welche im Standard von Manjaro enthalten ist, wurde auf Anhieb der Scanner erkannt.

Anschließend konnte direkt ein Dokumente eingescannt werden. Etwas gewöhnungsbedürftig ist, dass beim Vorschau-Scan eine Bereichserkennung stattfindet, mit deren Hilfe nur ausgewählte Bereiche des Dokuments eingescannt werden können. Die erkannten Bereiche können aber mit einem Klick entfernt werden und es wird ganz klassisch das Dokument eingescannt.

Positiv fiel auf, dass es die Möglichkeit einer Stapelverarbeitung gibt. Damit wird eingescannt und ein „Speichern unter“-Dialog geöffnet. Nach dem Speichern der Datei wird nach dem eingestellten Zeitintervall automatisch erneut eingescannt.
Dazu gibt es noch reichlich Einstellmöglichkeiten, mit welchen das Scannen parametriert werden kann.
Das Drucken (zumindest mit Brother Hardware) unter Manjaro ist deutlich ambitionierter als das Scannen von Dokumenten. Das muss diese Digitalisierung sein – niemand soll mehr etwas ausdrucken. Trotzdem ist auch Drucken unter Manjaro mit überschaubarem Aufwand möglich. Zunächst erfolgte hierfür eine manuelle Treiberinstallation. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten:
- Brother liefert Treiber für Debian uns Suse – diese Treiber können für Arch entsprechend „aufgearbeitet“ werden (https://wiki.archlinux.de/title/Brother-Drucker)
- Irgendjemand hat sich hoffentlich schon die Mühe gemacht und es gibt ein entsprechendes Paket in der Community
Eine kurze Suchanfrage bestätigte die zweite Möglichkeit (https://aur.archlinux.org/packages/brother-hl3142cw). Daher habe ich diesen Weg gewählt. Das Community Paket kann dann einfach mit Yay (Yet another yoghurt) als AUR Helper (Arch User Repository) installiert werden:
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1 |
yay -S brother-hl3142cw |
Anschließend kann in den Systemeinstellungen unter dem Punkt „Drucker“ der Drucker hinzugefügt werden.

Interessanterweise erkennt Manjaro den HL3142CW bereits als Netzwerkdrucker. Fügt man den erkannten Drucker jedoch dem System hinzu hapert es an der Kommunikation zwischen beiden Geräten. Ist also nicht sonderlich zielführend. Daher muss es noch einen anderen Weg geben. Um zu klären welche Protokolle der Drucker unterstützt half ein kurzer Blick in die Konfigurationsmöglichkeiten innerhalb des Webinterfaces des Druckers.

So steht hier z.B. IPP via HTTP auf Port 631 zur Verfügung. Also wurde in der Druckerkonfiguration unter dem Punkt „Weitere Netzwerkdrucker“ die Option „Internet Printing Protocol (ipp)“ gewählt. Im weiteren Verlauf möchte der Assistent die Adresse wissen. Hier wird dann
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1 |
ipp://<ip adresse>:631/ipp |
eingetragen, wobei <ip adresse> natürlich die IPv4 Adresse des Druckers ist. Während man dem Assistenten folgt kann man noch einige Hilfreiche Einstellungen treffen (u.a. Name etc.). Abschließend kann in den Systemeinstellungen unter dem Punkt „Drucker“ die Option „Wartung“ gewählt werden und eine Testseite gedruckt werden. Diese kann ich ja jetzt auch einscannen…
